Auswandern nach Italien

Fr, Feb 19, 2010

Fähren

mozzarellaWollt ihr am liebsten alles hinwerfen? Habt ihr Deutschland satt? Kommen euch in letzter Zeit immer wieder die Gedanken des Auswanderns? Weg, in ein anderes, vielleicht wärmeres Land mit offenen Menschen? Klar, Italien wäre schön. Diese tolle Sprache, die Straßencafès, die Sonne, die aufgeschlossenen Menschen. Das kennen wir ja aus unserem Urlaub. Nun, warum beschäftigen wir uns heute nicht mal mit den praktischen Dingen und versuchen die ersten Schritte in diese Richtung durchzuspielen? Durch meine Freundin Claudia, die vor 2 Jahren den Schritt nach Italien, genauer gesagt Mailand, gewagt hat, habe ich jede Menge Insiderwissen für euch.
Fangen wir gleich mit den wichtige Vorbereitungen in Deutschland an:
Ohne ein Wort in der Landessprache zu können, ist es fast unmöglich in Italien Fuß zu fassen. Deshalb lege ich euch ans Herz, schreibt euch an einer Volkshochschule oder in einem Privatsprachkurs ein, damit ihr die ersten Tage / Wochen im Ausland übersteht. Denn selbst in einer Weltstadt wie Mailand ist es noch immer sehr schwer sich mit Englisch durchzuschlagen. Sobald ihr in Italien seid, rate ich euch, eine Sprachschule zu besuchen. Nicht nur um Italienisch zu lernen, nein dort findet ihr auch die ideale Kontaktbörse! Ausländer unter sich sind sehr rege und beschäftigen sich intensiv mit der „neuen“ Stadt. Dass heißt, sie wissen, wie man z.B. am Günstigsten nach Hause telefonieren kann, in welches Lokal oder Diskothek man preisgünstig oder sogar gratis hinein kommt usw. Und außerdem ist so eine internationale Freundesmischung gut, um sich nicht so einsam zu fühlen. Ja, ihr werdet es nicht glauben, aber am Anfang wird euch auch mal hin und wieder das Heimweh packen und sei es nur, weil ihr an der Sprache, der Bürokratie oder ähnlichem verzweifelt. Zurück auf die Sprachschule zu kommen: In Mailand kann ich euch „Linguaviva“ ( siehe ) sehr empfehlen. Die Schule befindet sich in einer sehr guten Lage und hat sehr nette und kompetente Lehrkräfte und optimale Räumlichkeiten. Preislich unterscheidet sie sich auch nicht von anderen Privatschulen. Linguaviva gibt es auch in Florenz, nur kann mir meine Freundin dazu keine Auskunft geben, aber ich denke sie wird schon unter dem selben Konzept laufen, wenigstens was die Qualität angeht.

Desweiteren ist es sehr wichtig einen gewissen Geldbetrag gespart zu haben. Hier, ehrlich gesagt, reichen nicht mal so eben 1000-2000 Euro, wie man es so oft von Aussteigern im Fernsehen hört.  Ihr müsst bedenken, dass die Mietpreise in Mailand sehr hoch sind. Eine 2-Zimmerwohnung ( ca.50-60 qm ) bekommt man leider nicht unter 650 Euro und das ist schon ein Preis, den man in einer eher schlechten wenn nicht sogar gefährlichen Gegend zahlt. In einem „normalen“ Viertel müsst ihr sogar mit 800-1000 Euro Miete rechnen. Das Positive an diesen recht hohen Summen ist, dass dieses meist Warmmieten sind, so dass ihr lediglich Gas-und Telefonkosten dazurechnen müsst. Wenn ihr nur wenig Geld gespart habt, wird es aber spätestens bei der Wohnungsanmietung problematisch. Eine Wohnung auf dem freien Markt, sprich aus privater Hand,  zu finden ist recht schwierig und auch nicht ungefährlich, denn wegen der meist schlechten Italienisch- Kenntnisse wird man hier schon mal schnell über’s Ohr gehauen. Dass heißt, es bleiben die Immobilienagenturen, von denen es Unzählige gibt. Achtung vor den unseriösen Immobilienanbietern, die sich oft „servizio immobiliari“ schimpfen. Besser ist es z.B. im Internet bei Attico ( siehe ) zu schauen. Leider sind die meisten Seiten auf Italienisch, was wieder die Wichtigkeit der Sprachkenntnisse unterstreicht.  Finanziell müsst ihr bei der Anmietung noch eine 2-3 monatige Kaution plus 2-3 Monatsmieten in Vorauszahlung  berechnen. Die Agentur nimmt auch noch ein paar Prozent der Miete und so seid ihr schnell bei 4000 Euro. Hart trifft es die alleinstehenden Auswanderer, denn wenn man bedenkt, dass ein normaler Bürojob mit ca. 900 Euro vergütet wird…Also spart, spart, spart bevor ihr den Schritt nach Italien wagt !

Auf Anfrage eurerseits oder auch einfach in einem der nächsten Artikel werde ich das Thema Auswandern nach Italien wieder aufgreifen und euch neue Informationen dazu geben.
Übrigens, Claudia hat es geschafft. Sie arbeitet als Sekretärin in Mailand und trotz des wenigen Gehalts und der langen Regentage im November hat sie ihren Schritt nie bereut. Und wenn sich die ersten Frühlingssonnenstrahlen blicken lassen und sie mit der Sonnenbrille auf der Nase im Straßencafè sitzt und diese wundervolle Sprache hört, weiß sie, dass sie es richtig gemacht hat.

Related posts:

  1. Mit dem Auto nach Italien
, , ,

Dieser Beitrag wurde geschrieben von:

- schrieb 35 Veröffentlicht am Landschleicher.


Kontaktiere den Autoren

3 Antworten zu “Auswandern nach Italien”

  1. nullsieben Says:

    Ich würde ja eher nach Australien gehen, wenn schon auswandern, dann richtig weit weg. Klaro, dass mit Arbeit und Visum und Wohung und so, dass ist schwierig auf die Entfernung, aber nach Italien kann man ja alle Nase lang in Urlaub fahren. Australien hingegen muss man mal wirklich “erleben”.

  2. Doreen Says:

    Australien ist wirklich gut, da muss ich dir recht geben. Es ist einfach was komplett Neues. Italien ist da so ein Sache in der Mitte, zum Beispiel für die Leute, die sehr an ihrer Familie und an den Freunden in Deutschland hängen, aber trotzdem ein anderes Lebensgefühl erleben wollen.

  3. Sonja Says:

    Ja, das Auswandern schwirrt mir schon lange im Kof herum. Leider traue ich mich ncoh nicht ganz. Der Leidesdruck ist wohl noch nicht ganz so groß, aber ich denke, früher oder später wird es so bald sein, dass ich hier einfach alle Zelte abbreche. Wohin, dass weiß ich noch nicht. Auf jeden Fall in ein warmes Gebiet.

Hinterlasse einen Kommentar